Das Leben, die Kunst und die Reihenfolge

Es gibt da eine Anekdote von Stephen King und seinem Schreibtisch:

Er habe immer einen großen Schreibtisch gewollt, sagt er. Und irgendwann in seiner Karriere hat er sich den auch gegönnt. Er hat sich in einem Zimmer seines Hauses ein Monstrum an Tisch hingestellt und das Zimmer anschließend zu seinem Schreibraum erklärt. Danach, so sagt er, war er jahrelang damit beschäftigt, hinter ebendiesem Schreibtisch zu sitzen — oftmals betrunken oder unter dem Einfluss von Drogen. Er schrieb viel während der Zeit.

Und seine Familie sah ihm dabei zu, wie er sich sukzessive selbst zerstörte.

Erst später, während er seinen Alkoholismus bekämpfte, warf er den Schreibtisch raus. Stattdessen kaufte er einen kleineren Tisch und stellte ihn an die Wand. Abends saßen seine Familie und er oft auf einer Couch in eben diesem Raum und schauten fern. Und er erinnert sich immer daran, warum der neue Tisch nicht in der Mitte des Raumes steht: (mehr …)

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Seine Ruhe – Eine Kurzgeschichte

Achim will vor allem eins: seine Ruhe. Der junge Mann, der ihm nun gegenüber sitzt, will ihm genau das bieten. Doch die Konditionen sind nicht ganz das, was Achim sich vorgestellt hat…

Lesedauer: ca. 15 Minuten


„Sie sind der richtige Kandidat für unser Projekt.“

Der junge Mann, der da vor Achim saß, sah aus, als hätte er noch nicht einmal die Schule beendet. Das war so ein arroganter Schnösel, der sich über ihn lustig machen wollte, da war sich Achim sicher. Genauso wie alle anderen.

„Ich bin überhaupt kein Kandidat“, sagte er deshalb. „Ich verbitte mir so etwas.“

Der junge Mann vor ihm lächelte.

„Herr Lambrecht“, sagte er langsam. „Ich bin mir sicher, dass ich Ihre Meinung ändern kann. Geben Sie mir fünf Minuten Ihrer Zeit. Deswegen sind Sie doch gekommen.“

„Ich bin gekommen, weil ihr Arschlöcher mir sonst die Zuschüsse streicht“, schimpfte Achim. „So macht ihr das immer. Entweder, man tut, was ihr sagt oder die Zuschüsse sind weg. Halsabschneider.“

Er saß auf der vordersten Stuhlkante, den Gehstock fest in seiner Hand. Jederzeit könnte er aufstehen und gehen, das wusste er. Und das würde er. Wenn dieser junge Mann — dieses Kind — vorlaut wurde, dann würde er auf jeden Fall aufstehen und gehen.

Zuschüsse hin oder her.

Er konnte seine Frau Marlies sowieso nicht so lange alleine lassen.

Aber sein Gegenüber lächelte immer noch. Debil, sowas.

(mehr …)

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Schreibrückblick: Juli 2017

Sie sind zurück!

Wer von euch hat sie nicht vermisst, meine monatlichen Schreibrückblicke? Habt ihr nicht jeden Monat sehnlichst darauf gewartet, dass ich euch davon erzähle, was ich geschrieben habe und wie schnell ich war?

Okay, ich weiß schon.

Warum Schreibrückblicke?

Für euch sind die Posts wahrscheinlich eher langweilig. Nun, nicht unbedingt langweilig, denn ich behalte die Tradtion bei, am Ende des Posts immer eine Kleinigkeit aus der folgenden Kurzgeschichte zu spoilern.

Aber die Rückblicke sind – das gebe ich zu – eher für mich selbst gedacht.

Als Motivation, Schreibhilfe und auch ein kleines bisschen als Seitenhieb. Wie ich letzte Woche schon ein bisschen angekündigt habe, möchte ich meine Schreibroutine endlich wieder auf Vordermann bringen. Seit Beginn des Jahres habe ich mich ein wenig gehen lassen. Vor allem, nachdem ich Nebelfäden veröffentlicht hatte, bin ich in eine Art Loch gefallen:

Da hatte ich nun so lange an den Geschichten geschrieben und mich endlich durchgerungen, einen Sammelband zu veröffentlichen und dann… passierte genau genommen nicht viel.

Es gab keinen Konfettiregen, keinen Pulitzer, keine plötzliche Eingebung. Und vor allem gab es auch keine magische Schreibhilfe.

Nein, das Schreiben ist, trotz veröffentlichtem Buch, immer noch harte Arbeit. Wer hätte das gedacht?

(mehr …)

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