Category Archives: Schreiberreise

Das Leben, die Kunst und die Reihenfolge

Es gibt da eine Anekdote von Stephen King und seinem Schreibtisch:

Er habe immer einen großen Schreibtisch gewollt, sagt er. Und irgendwann in seiner Karriere hat er sich den auch gegönnt. Er hat sich in einem Zimmer seines Hauses ein Monstrum an Tisch hingestellt und das Zimmer anschließend zu seinem Schreibraum erklärt. Danach, so sagt er, war er jahrelang damit beschäftigt, hinter ebendiesem Schreibtisch zu sitzen — oftmals betrunken oder unter dem Einfluss von Drogen. Er schrieb viel während der Zeit.

Und seine Familie sah ihm dabei zu, wie er sich sukzessive selbst zerstörte.

Erst später, während er seinen Alkoholismus bekämpfte, warf er den Schreibtisch raus. Stattdessen kaufte er einen kleineren Tisch und stellte ihn an die Wand. Abends saßen seine Familie und er oft auf einer Couch in eben diesem Raum und schauten fern. Und er erinnert sich immer daran, warum der neue Tisch nicht in der Mitte des Raumes steht: (mehr …)

Schreibrückblick: Juli 2017

Sie sind zurück!

Wer von euch hat sie nicht vermisst, meine monatlichen Schreibrückblicke? Habt ihr nicht jeden Monat sehnlichst darauf gewartet, dass ich euch davon erzähle, was ich geschrieben habe und wie schnell ich war?

Okay, ich weiß schon.

Warum Schreibrückblicke?

Für euch sind die Posts wahrscheinlich eher langweilig. Nun, nicht unbedingt langweilig, denn ich behalte die Tradtion bei, am Ende des Posts immer eine Kleinigkeit aus der folgenden Kurzgeschichte zu spoilern.

Aber die Rückblicke sind – das gebe ich zu – eher für mich selbst gedacht.

Als Motivation, Schreibhilfe und auch ein kleines bisschen als Seitenhieb. Wie ich letzte Woche schon ein bisschen angekündigt habe, möchte ich meine Schreibroutine endlich wieder auf Vordermann bringen. Seit Beginn des Jahres habe ich mich ein wenig gehen lassen. Vor allem, nachdem ich Nebelfäden veröffentlicht hatte, bin ich in eine Art Loch gefallen:

Da hatte ich nun so lange an den Geschichten geschrieben und mich endlich durchgerungen, einen Sammelband zu veröffentlichen und dann… passierte genau genommen nicht viel.

Es gab keinen Konfettiregen, keinen Pulitzer, keine plötzliche Eingebung. Und vor allem gab es auch keine magische Schreibhilfe.

Nein, das Schreiben ist, trotz veröffentlichtem Buch, immer noch harte Arbeit. Wer hätte das gedacht?

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Das unvorhersehbar Vorhersehbare

Letzte Woche ist es mir passiert.

Man glaubt ja immer, man selbst ist vor so etwas gefeit, aber nein — auch wenn ich zehn Jahre lang Glück hatte. Es hat mich letzte Woche eingeholt:

Mein Rechner ließ sich nicht mehr starten.

Deshalb gab es auch letzte Woche keinen Blogpost, denn ich war mehrere Tage verzweifelt damit beschäftigt, mein geliebtes MacBook Pro wieder zum Laufen zu bringen. Ein MacBook Pro, das mal ganz nebenbei gesagt, mit seinen 7 Jahren schon in die Kategorie „Vintage“ fällt und für das es daher keine Ersatzteile gibt. Das wärmt einem doch das Herz, wenn man den Tränen nahe im Gravis-Laden steht.

Das Schöne an der Situation allerdings: Auf die Standardfrage, ob ich denn ein Backup meiner Daten hatte, konnte ich beherzt „ja“ antworten.

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