Schreibrückblick: August 2016

August2016

Der August hat den Sommer mit ein paar sehr heißen Tagen (Wochen) verabschiedet. Für mich sollte der Monat ja produktiv sein. So hatte ich mir zumindest vorgenommen: Ich wollte an 25 Tagen jeweils mindestens 10 Minuten schreiben. Ob ich das geschafft habe?

Die Fakten

Schreibtage: 24/31

Geschriebene Worte: 8.287

Worte pro Schreibtag: min. 340, max. 808; ø 323

In diesem Monat habe ich… zwei Kurzgeschichten fertig geschrieben. Damit stehen die Geschichten für September und Oktober in den Startlöchern. Ich habe außerdem eine neue Seite eingebaut: Im Augenblick. Da könnt ihr sehen, woran ich gerade schreibe und welche Projekte auf meinem Tisch liegen. Wir ihr jetzt seht, schreibe ich momentan an der Geschichte für November.

Fazit

Bin ich nun zufrieden mit dem Ergebnis?

Auf den ersten Blick habe ich mein August-Ziel nicht erreicht: Ich wollte an 25 Tagen schreiben und habe das Ziel knapp verfehlt. Allerdings habe ich im Vergleich zum Juli an mehr Tagen zum Stift bzw. der Tastatur gegriffen, was wiederum positiv ist. Wenn man die Anzahl der geschriebenen Worte vergleicht, ist der Juli allerdings sehr viel produktiver ausgefallen. Aber im Juli habe ich nur eine Kurzgeschichte fertig gestellt, wohingegen ich im August zwei geschafft habe.

Es gibt positive und negative Effekte meiner neuen Schreibgewohnheit. Ich gebe dem Ganzen noch etwas Zeit um mir eine abschließende Meinung zu bilden.

Die Leseliste

mebeforeyouIn diesem Monat habe ich drei Bücher gelesen. Zum einen Jojo Moyes‘ „Me Before You“, das im Deutschen unter dem Titel „Ein ganzes halbes Jahr“ veröffentlicht wurde.
Was, so eine Schmonzette, fragt ihr? Jawohl, meine Lieben, so eine Schmonzette. Ich gebe auch offen zu, dass ich da an einigen Stellen dicke Tränen geweint habe. Vor allem am Ende. Aber es war trotzdem so schön.

Erstmal kurz zum Plot:

Lou Clark knows lots of things. She knows how many footsteps there are between the bus stop and home. She knows she likes working in The Buttered Bun tea shop and she knows she might not love her boyfriend Patrick.
What Lou doesn’t know is she’s about to lose her job or that knowing what’s coming is what keeps her sane.
Will Traynor knows his motorcycle accident took away his desire to live. He knows everything feels very small and rather joyless now and he knows exactly how he’s going to put a stop to that.
What Will doesn’t know is that Lou is about to burst into his world in a riot of colour. And neither of them knows they’re going to change the other for all time.

Eigentlich lese ich ja keine Liebesromane. Ich finde sie meist kitschig und das große Problem zwischen den beiden Liebenden — ihr wisst schon, das EINE Problem, weswegen sie irgendwie nicht zusammen kommen können — ist mir meist zu einfach mit ordentlicher Kommunikation lösbar und daher an den Haaren herbei gezogen. Doch in Me Before You ist die Liebesgeschichte nicht so kitschig. Die Charaktere wachsen einem schnell ans Herz und die ganze Geschichte war einfach so furchtbar traurig, aber auch schön. So verständlich und doch frustrierend. Es gibt kein Happy End um des Happy Ends willen.

Tatsächlich macht das Buch an vielen Stellen unglaublich viel Spaß, auch wenn es einen mit schwerem Herzen zurück lässt.

SomethingStrangeSmall1Das zweite Fiction-Buch in diesem Monat ist von Susan Dennard und heißt „Something Strange And Deadly“. Ich kenne Dennard schon eine Weile, da sie auf ihrem Blog auch über’s Schreiben (und vor allem über’s Editieren) schreibt. Und endlich habe ich mir ihren Debut-Roman gekauft. Und was soll ich sagen: Ich war unglaublich überrascht.

Ich wusste beim Kauf gar nicht, worum es wirklich geht. Ja, ich hab mir den Klappentext durchgelesen, aber irgendwie war mir nicht klar, dass es sich hier um eine Art Steampunk-Geschichte mit Zombies handelt. Ja, Zombies im viktorianischen Jahrhundert. Das allein hat die Sache schon spannend gemacht.

The year is 1876 and Eleanor Fitt has a lot to worry about. Her brother has gone missing, her family has fallen on hard times, and her mother is determined to marry her off to any rich young man who walks by. But this is nothing compared to what she’s just read in the newspaper—
The Dead are rising in Philadelphia.
And then, in a frightening attack, a zombie delivers a letter to Eleanor…from her brother.
Whoever is controlling the Dead army has taken her brother as well. If Eleanor is going to find him, she’ll have to venture into the lab of the notorious Spirit-Hunters, who protect the city from supernatural forces. But as Eleanor spends more time with the Spirit-Hunters, including their maddeningly stubborn yet handsome inventor, Daniel, the situation becomes dire. And now, not only is her reputation on the line, but her very life may hang in the balance.

Dennard hat eine tolle Geschichte geschrieben, bei der man der Protagonistin gerne folgt. Alle Charaktere hatten Facetten, waren gut und böse zugleich. Auch wenn ich den Plot Twist schon recht schnell gesehen habe, hat es Spaß gemacht darauf hin zu lesen. Schön auch hier: Der Teil der Liebesgeschichte ist eher im Hintergrund eingewoben und überschattet die Ereignisse nicht. Soll heißen: Eleanor wird nicht zum Dummchen wenn ihr Liebster die Bühne betritt. Ich kann das Buch nur empfehlen!

Better-than-before-uk-186x300Das dritte Buch in diesem Monat ist ein Sachbuch: Gretchen Rubins „Better Than Before“. Rubin schreibt in diesem Buch über Gewohnheiten und es hat mir an vielen Stellen die Augen geöffnet. Nicht jeder Mensch ist gleich und kann Gewohnheiten auf die gleiche Art und Weise aufbauen. Es gibt Menschen, die mehr äußere Erwartungen erfüllen als innere und die haben es einfach schwerer eine Gewohnheit aufzubauen, wenn diese mit äußeren Erwartungen kollidiert. Zu dieser Gruppe Mensch scheine ich zu gehören. Daher ist der Blog hier zum Beispiel optimal für mich: Die Deadlines, die ich mir hier setze, werden durch euch — so anonym ihr auch seid — bekräftigt. Dadurch fällt es mir leichter, mich zum Schreiben hinzusetzen.

Rubin setzt noch weitere Theorien in den Raum über Ziele, Belohnungen, Antriebe usw. Es geht hier nicht nur darum, sich zu einer bestimmten Gewohnheit zu zwingen (früh aufstehen, meditieren, täglich zu schreiben o.ä.), sondern wirklich die Gewohnheiten zu finden, die zum eigenen Lebensstil passen. Ihr Beispiel ist die Meditation, die sie sehr lange als tägliche Gewohnheit durchgezogen hat. Als „Auchrechterhalter“-Persönlichkeit („Upholder“: jemand, der innere und äußere Erwartungen gleichermaßen erfüllt; also Dinge erledigt, weil sie im Terminplan stehen z. B.) fiel ihr das auch nicht schwer, aber nach einigen Monaten hat sie festgestellt, dass ihr das Meditieren nichts bringt. Sie hat nicht meditiert, weil sie es gern gemacht hat, sondern weil sie gern jemand sein wollte, der meditiert.  Für sie war es kein Problem, die Gewohnheit zu führen, aber es war nicht die richtige Gewohnheit für sie. Und deswegen hat sie es wieder aufgegeben.

Ein sehr gutes Buch, das ich jedem empfehlen kann, der sich mit Gewohnheiten beschäftigt. Ihre Theorie der vier Tendenzen allein hilft schon sehr, sich besser einzuschätzen. Aber das ganze Buch ist gespickt mit kleinen, hilfreichen Kommentaren, die manchmal nur so im Nebensatz stehen.

Ein Blick in die Zukunft

Nächste Woche erscheint die neue Kurzgeschichte. Hier schon mal ein kleiner Vorgeschmack: Der Titel ist Temporale Versetzung und es geht… um Zeitreisen. Schon gespannt? Ich auch!

Bis dahin.

Wie ist euer August verlaufen? Habt ihr auch die Sonne genossen?

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