Schreibrückblick: Oktober 2016

oktober2016

Dass es im Oktober viele Kürbisse gibt freut mich eigentlich nur, weil ich gerne Kürbisrisotto esse. Und ich muss zu meiner Schande feststellen, dass ich dieses Jahr noch keins gegessen habe! o.o Das werde ich schnellstens ändern müssen.

Die Fakten

Schreibtage: 12/31

Geschriebene Worte: 13.373

Worte pro Schreibtag: min. 341, max. 2.440; ø 1.114

Diesen Monat habe ich… mein längeres Schreibprojekt begonnen. Und es hat mir einiges abverlangt.

Fazit

Ich hätte nie im Leben erwartet, dass es so schwer ist, eine „lange Geschichte“ zu schreiben. Bislang dachte ich immer, Kurzgeschichten seien aufgrund ihrer Kürze schwierig, denn man muss ja so viel rauslassen. Aber bei einem Roman kann man sich so richtig auslassen.

Ja, man kann und man muss.

Ich habe die erste Hälfte des Monats damit verbracht, die Geschichte aufzubauen. Nachdem ich das Skelett und die Motivationen meiner einzelnen Charaktere erarbeitet hatte, habe ich mich dann pünktlich am 15.10. zum Schreiben hingesetzt… und es war absolut grauenhaft.

Irgendwie wollte die Geschichte, die ich da nun seit mindestens einem Jahr in meinem Kopf hatte, plötzlich nicht mehr so wie ich. Und während ich mich in der ersten Woche an meine 5.000-Wort-Marke heranschlich, verlor ich zunehmend die Lust und die Nerven.

Nachdem ich mich bei meiner Freundin ausgeheult und sie ein paar konstruktive Fragen gestellt hatte, habe ich dann zumindest schon einmal einen Fehler erkannt: Ich hatte keine Beats geschrieben. Ein großer Fehler. Ein monumentaler Fehler. Ich habe also die Teile, die ich bereits geschrieben hatte, noch einmal zur Hand genommen, Beats geschrieben und alles nochmal auf Anfang gesetzt. Nicht die feine englische Art, aber trotzdem irgendwie ein Schritt nach vorn.

Trotzdem muss ich gestehen, ist auch danach nicht alles glatt gelaufen. Meine schön erarbeitete Schreibgewohnheit hat sich verflüchtigt, denn 15 Minuten am Morgen kurz bevor ich auf Arbeit muss sind einfach nicht förderlich, wenn man ohnehin Schwierigkeiten hat, in die Geschichte einzutauchen. Auch schaffe ich es nicht mehr, jeden Tag zu schreiben. Ich habe das Gefühl, mit diesem Projekt stehe ich wieder ganz am Anfang.

Und auch wenn meine arbiträr angesetzte Deadline noch gut sechs Wochen in der Ferne liegt, mache ich mir schon jetzt Sorgen, dass ich sie nicht einhalten kann. Der Typ mit der Lederjacke auf der Schulter jammert da schon ziemlich laut drüber.

Trotzdem lasse ich mich nicht unterkriegen. Der November steht vor der Tür. Die Sterne stehen zwar nicht gerade günstig, aber wie sagte der tote Vater aus dem Film „Elizabethtown“ so schön:

Wenn’s das nicht ist, dann wäre es etwas anderes.

Die Leseliste

Auch hier habe ich mich unterkriegen lassen. Den 400-Seiten-Wälzer von Michael Pollan habe ich abgebrochen. Er liegt noch so, wie ich ihn im September verlassen habe, auf meinem Nachttisch. Es liegt nicht unbedingt am Buch selber, aber ich habe einfach mit meinem Schreibprojekt gerade genügend Probleme. Da möchte ich nicht auch noch die Probleme der Welt wälzen.

takeoffyourpants-book Stattdessen habe ich mich in diesem Monat etwas gebildet. Take off your Pants von Libbie Hawker ist keinesfalls ein Porno. Es ist eher eine Anspielung auf die uralte Ideologie, die ganze Heerscharen von Autoren seit jeher in zwei Lager spaltet: Ist man jemand, der seine Geschichten im Voraus plant (ein „Plotter“) oder jemand, der sich einfach auf den Hosenbodenboden setzt und drauf los schreibt (ein „Pantser“).

Offensichtlich bin ich ersteres und habe mir daher Hawkers Buch zu Gemüte geführt um meine Outlines effektiver zu gestalten. Ich habe auch gleich alles, was ich daraus gelernt habe, in meinem neuen Schreibprojekt angewendet und ein paar Konflikte lösen können, die mir vorher noch gar nicht so bewusst waren. Definitiv eine Empfehlung für alle Autoren!

fuerjedeloesung-buchKerstin Giers Buch „Für jede Lösung ein Problem“ habe ich von meiner Chefin ausgeliehen und prompt innerhalb von zwei Tagen durchgeschmökert.

Es ist kein typisches Buch für mich, aber ich finde, dass Kerstin Gier ganz wunderbare Dialoge schreibt. Und da es nunmal bei mir auf dem Schreibtisch lag, habe ich es gleich mal als „Lernbuch“ an mich gerissen. Zählt doch, oder?

Das Buch ist sehr witzig geschrieben und auch diesmal hat sie in Sachen Dialoge nicht enttäuscht. Von ihr möchte ich mir ein bisschen was abgucken und habe auch gleich versucht, ähnliches in meinen ersten Entwurf einzubauen.

Es geht in dem Buch um eine junge Frau namens Gerri, die sich umbringen möchte und an alle Verwandten, Freunde und Bekannte Abschiedsbriefe schreibt (mit schonungslosen Wahrheiten, versteht sich). Doch dann wird sie bei ihrem Selbstmordversuch unterbrochen, die Schlaftabletten landen in einem Staubsaugerbeutel und Gerri muss nun mit den Leuten klar kommen, die jetzt wissen, was sie über sie denkt.

Humorvoll geschrieben und wie gesagt, die Dialoge sind köstlich.

Und taktisch organisiert geht es weiter…

Während ich mich auf’s Neue motiviert an den ersten Entwurf für mein Großprojekt setze, dürft ihr euch entspannt zurück lehnen und auf die Kurzgeschichte nächste Woche freuen. Und die ist, ganz im Sinne eines Plotters, voll von Zahlen, Daten, Fakten.

Wie habt ihr Halloween überstanden? Gehört ihr auch zu der Sorte Mensch, die schon alle Weihnachtsgeschenke beisammen haben? Ach du meine Güte, das muss auch noch auf meine To-Do-Liste!

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