Schreibrückblick: September 2016

september2016

Und schlagartig wurde es Herbst.

So, oder so ähnlich wird es euch sicher auch gegangen sein, als der Sommer sich recht plötzlich Anfang September in den Ruhestand verabschiedete. Ich persönlich bin ja ein großer Herbst-Fan: Nebel am frühen Morgen, der dann in Sonnenschein umkehrt und bunte Blätter, die einem ins Gesicht wedeln. Und alles riecht nach Regen.

Anscheinend hat sich diese Herbsteuphorie auch auf meine Schreibgewohnheiten ausgewirkt.

Die Fakten

Schreibtage: 21/30

Geschriebene Worte: 12.503

Worte pro Schreibtag: min. 181, max. 2.995; ø 595

In diesem Monat habe ich… eine Kurzgeschichte fertig geschrieben. Eine zweite liegt in den letzten Zügen auf meinem Schreibtisch. Was ich dann als nächstes vor habe? Lasst euch überraschen.

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Fazit

Insgesamt bin ich mit dem September-Ergebnis zufrieden. Ich habe den August übertroffen und auch in diesem Monat noch eine weitere Geschichte angefangen, die ich als kleines Extra für meine Newsletterabonnenten geplant habe. Ja, es lohnt sich tatsächlich, sich dafür anzumelden 🙂

Meine morgendliche Schreibgewohnheit scheint sich auch langsam einzuschleifen. Es ist nicht immer leicht, sich morgens 15 Minuten lang hinzusetzen oder eben nach 15 Minuten aufzuhören. In den letzten Tagen habe ich mich dann ein paar Mal abends hingesetzt und viel länger am Stück geschrieben. Ich denke, ich brauche da eher einen Mix: Ich schreibe lieber länger, aber abends ist es schwieriger, sich noch einmal zum Schreiben hinzusetzen.

Die Leseliste

Diesen Monat sieht die Leseliste sehr kurz aus. Grund dafür ist, dass ich derzeit in einen 400-Seiten-Wälzer von Michael Pollan eingetaucht bin. Und so etwas braucht eben seine Zeit.

bergaufmitrueckenwindFertig gelesen habe ich diesen Monat ein Buch namens „Bergauf mit Rückenwind“ von Kelly McGonigal. Im August habe ich ja bereits ein Buch über Gewohnheiten gelesen, diesen Monat war das Thema Willenskraft dran. McGonigal hat ihr Buch weitaus wissenschaftlicher aufgebaut als Rubin ihr Buch über Gewohnheiten. Auf fast jeder Seite gibt es Referenzen zu Studien und weiterführendem Material. Das mag viel klingen, lässt das ganze aber sehr real erscheinen.

Wo Rubin „nur“ ihre persönlichen Erlebnisse beschreibt, bezieht McGonigal verhaltenspsyhologische Forschungen ein. Das erdet ihre Erkenntnisse sehr und ich finde, das Buch lohnt sich auf jeden Fall gelesen zu werden. Mich hat besonders ihr Kommentar zum menschlichen Belohnungssystem erstaunt:

Das Belohnungssystem des Menschen ist darauf ausgelegt, dass der Gedanke an die Belohnung immer einen größeren Reiz setzt, als die Belohnung am Ende selbst. Das heißt, die Vorstellung eine Pizza zu essen, fühlt sich viel größer an als das Essen der Pizza.

Ich kenne das nur zu gut: Ich verzichte aus gesundheitlichen Gründen auf Weizen und einige andere Nahrungsmittel. Etwa ein halbes Jahr nachdem ich meine Ernährung umgestellt hatte, kam ich an einem Pizza Hut vorbei und plötzlich konnte ich an nichts anderes mehr denken als diese tolle Pizza Hut Pizza. Ich habe sie früher sehr gerne gegessen und in meiner Erinnerung war es das Ultimative, worauf ich bislang verzichten musste. Ich habe mehrere Wochen mit mir gehadert, bevor ich mir schließlich eine Pizza gegönnt habe… um dann unglaublich enttäuscht die Hälfte davon an einen Obdachlosen zu verschenken. Der Gedanke an die Pizza war viel größer, als die Pizza selbst.

McGonigal stellt verschiedene Techniken vor, mit denen man seine Willenskraft stärken kann. Regel Nummer Eins dabei ist immer, dass man mit sich selbst und seiner Umwelt achtsam umgeht. Definitiv ein Buch, das ich empfehle!

the-omnivore-s-dilemma-a-natural-history-of-four-mealsDer 400-Seiten-Klopper, den ich gerade lese, heißt „The Omnivore’s Dilemma“ von Michael Pollan. Ein Buch über die industrielle Ernährung, wo sie herkommt, wie sie hergestellt wird und warum wir derzeit da sind, wo wir sind. Sehr spannend.

Er wirft auch einen Blick auf die Maisproduktion, verteufelt sie aber nicht, sondern erklärt, wie es zu dieser gigantischen Überproduktion kommen konnte und warum es eigentlich nicht möglich ist, den Prozess umzukehren. Er erklärt, was alles aus eben diesem Mais (und dem zweiten Großanbauprodukt Soja) alles hergestellt wird und berechnet auf beeindruckende Weise, wie viel Mais in die Herstellung eines Cheeseburgers von McDonald’s geflossen sind.

Für jeden, der sich ein bisschen mit seiner Ernährung auseinander setzen möchte, ist das definitiv lesenswert.

Die heiße Phase

Nächste Woche gibt es endlich wieder eine Kurzgeschichte. Und dieses mal wird es, ganz entgegen der echten Temperaturen, sehr warm. 42 Grad Celsius um genau zu sein.

Der September als erster Herbstmonat… wie ist er für euch verlaufen? Produktiv oder eher „mit einem heißen Tee auf der Couch unter eine Decke gekuschelt“?

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