Warum ihr mich nicht auf Social Media findet

„Du solltest Twitter benutzen.“

„Ich würde dich auf Facebook liken.“

„Hast du schon mal über Instagram nachgedacht?“

Diese und andere Kommentare habe ich schon aus meinem Bekanntenkreis gehört, nachdem ich mein Buch veröffentlicht habe.

Und natürlich haben sie recht.

Mein Marketing lässt nämlich arg zu wünschen übrig.

Das liegt teilweise daran, dass ich darüber vor der Veröffentlichung gar nicht nachgedacht habe (ganz schlechte Idee, mal nebenbei gesagt). Auch, dass ich die Kurzgeschichtensammlung eher als mein privates Herzensstück anstatt einen kommerziellen Bucherfolg sehe, trägt seinen Teil dazu bei.

Aber vor allem weigere ich mich derzeit, mich auf Twitter / Facebook / Instagram und wie-sie-nicht-alle-heißen zu präsentieren, weil ich ich schon einmal kläglich daran gescheitert bin.

Ganz am Anfang von Words I Weave, als ich meine Geschichten noch alle auf Englisch geschrieben habe, konnte man mich durchaus auf Facebook und Twitter finden. Wenn man denn wollte oder nach mir suchte.

Ich habe gepostet, getweetet und geliked. Ich habe Joanna Penn getweetet und sie hat mich in ihrem Podcast erwähnt (was mein Ego sehr gestreichelt hat 😉 ). Und dann habe ich es dennoch sein lassen.

Das tut mir sehr leid für die 6 Follower, die meine Facebook-Seite hatte. Und auch für die 25 Twitter-Follower, die alle selbst ihre Produkte promoten wollten. Wirklich.

Ich habe mein kleines Social-Media-Experiment nicht absichtlich abgebrochen. Vielmehr hat sich das aus dem Bruch von Englisch zu Deutsch einfach ergeben. Dennoch bin ich sehr dankbar dafür.

Denn im Laufe der letzten Monate ist mir bewusst geworden, dass ich mich auch weiterhin von den sozialen Medien fern halten werden. Warum, fragt ihr?

1. Ich weiß nicht, was ich sagen soll.

140 Zeichen auf Twitter sind eine Herausforderung. Eine, die ich annehmen würde. Wenn ich denn wüsste, was ich überhaupt sagen möchte.

Aber mit der Zeit auf Twitter merkte ich zunehmend, dass mir die Themen und die Ideen ausgingen. Was sollte ich in diese große plappernde Menge hinein brüllen, das irgendwie eine Konversation oder zumindest ein kleines Schmunzeln anregen sollte? Welchem Thema wollte ich mich überhaupt widmen?

Schnell sah ich mir dabei zu, wie ich nur andere Tweets markierte und auf meiner Facebook-Seite generell nur meine neuen Kurzgeschichten promotete.

Aber das ist nicht der Sinn der sozialen Medien. Sie sind da, damit man kommuniziert. Nicht (nur) um Werbung zu machen.

2. Ich habe keine Zeit.

Okay, das stimmt nicht ganz. Zeit habe ich schon. Aber keinen Antrieb.

Denn: Social Media hat für mich keine Priorität.

Das Wichtigste für mich ist noch immer das Schreiben an sich. Ich möchte euch Geschichten liefern, die euch staunen, lachen, weinen und nachdenken lassen. Das braucht viel Zeit.

Wenn ich mehr Zeit auf den sozialen Medien verbringe, schreibe ich weniger. Und das gefällt mir nicht. Euch sicher auch nicht, denn dann müsstet ihr länger auf neuen Lesestoff warten.

3. Ich lebe lieber im Augenblick.

Kennt ihr das, wenn ihr euch alte Urlaubsfotos anschaut und euch wundert, was ihr da fotografiert habt? Was ist das für ein Baum? Oder welches Gebäude ist das dort? Habt ihr das wirklich gesehen?

Vielleicht seid auch ihr — wie ich, im Übrigen — manchmal viel zu sehr damit beschäftigt, etwas für die Nachwelt festzuhalten anstatt den Moment zu genießen.

Ich komme gerade erst aus meinem Urlaub in Kanada zurück und ich habe wirklich wenig Fotos gemacht. An manchen Tagen sogar gar keine.

Und ganz bestimmt habe ich keine Bilder gemacht, die es auf Instagram schaffen würden.
Ich möchte nicht bei jedem Artikel darüber nachdenken müssen, ob ich das mit meinen Followern teilen könnte. Oder Bilder mit tiefgründigen Zitaten basteln — ja, das habe ich durchaus schon gemacht — damit ich etwas zu posten habe.

Viel lieber schreibe ich eben meine Geschichten, den Newsletter oder diese Blogposts.

Ich weiß, dass ich durch meine Abwesenheit sicher einige Kanäle verpasse, über die ich neue Leser finden könnte. Aber der Kosten-Nutzen-Faktor dafür ist mir momentan zu gering.

Stattdessen poste ich gerade meine ersten sechs Kurzgeschichten auf Sweek. Ich plane eine kleine Postkartenaktion und finde kostenlose Bücherschränke sehr interessant. Vielleicht gibt es demnächst sogar eine Leserunde auf LovelyBooks.

Aber vor allem tue ich eins: Ich schreibe Geschichten.

Und ich lasse euch heute mal einen Song da, der meine Einstellung ganz gut zusammen fasst:


Was denkt ihr? Social Media ja oder nein? Und wenn ja, was würdet ihr gerne von mir sehen?

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