Zu Viel Und Doch Zu Wenig

zuvielunddochzuwenig

Da habe ich letzte Woche so von meiner neuen Gewohnheit geschwärmt. Wie gut es läuft, wenn man eher aufsteht um die Zeit zum Schreiben zu nutzen. Wie motiviert man ist. Wie gut man in den Tag startet.

Alles wahr.

Doch diese Woche ist mir das Ganze wieder etwas auf die Füße gefallen.

In meiner Euphorie, endlich wieder schreibfreie Nachmittage zu haben, habe ich mir meinen Terminkalender vollgequetscht. Abendessen bei der Tante, Bouldern mit einer Freundin, Grillen mit einer anderen Freundin, Patenkinder… Das alles konnte ich plötzlich bedenkenlos zusagen, denn ich würde ja meine Schreibphase schon früh zeitig hinter mich bringen.

In der Theorie natürlich richtig.

Allerdings hatte ich wohl kurzfristig verdrängt, dass ich als Introvertierte auch meine Ruhe brauche. Ich mag es zwar, mich mit anderen Menschen zu treffen, aber es raubt mir Energie. Wie viele kreative Menschen muss ich auch oft allein sein, um meine Energiereserven wieder zu füllen.

Diese Erkenntnis hatte ich am Anfang des Jahres schon einmal und habe da mein Sportpensum gekürzt. Die dadurch gewonnene Freizeit hat mir gut getan. Mir, meinem Gehirn, meiner kreativen Schale, meiner Laune.

Dass ich mir eben diesen Freiraum diese Woche nicht gegeben habe, hat sich dann recht schnell gerächt. Am Dienstag habe ich meine morgendliche Schreibeinheit (derzeit Lektoratseinheit) noch durchgezogen, doch am Mittwoch habe ich stattdessen einfach ausgeschlafen. Am Donnerstag das gleiche Spiel. Erst am Freitag habe ich schließlich wieder in meine Routine zurück gefunden.

Was lerne ich daraus?

Mehr ist nicht unbedingt besser. Ich habe durch meine veränderte Schreibgewohnheit nicht unbedingt „mehr“ Zeit für andere Sachen, denn ich habe meinen Tag ja lediglich umsortiert. Wenn ich zeitiger aufstehe, muss ich auch zeitiger ins Bett.

Allerdings ist das das Wichtigste am Schreiben für mich immer noch der Spaß. Und Spaß hatte ich diese Woche trotzdem eine Menge. Joanna Penn, eine Thriller-Autorin, gibt mir da recht: Sie hat kürzlich in einem Q&A gesagt, dass sie selbst nicht jeden Tag schreibt (nur, wenn sie Entwürfe schreibt). Es sei wichtig, eine Balance zu finden und den Spaß bei der Sache nicht zu verlieren.

In der nächsten Woche gibt es dann eine Zusammenfassung des Monats.

Wie sieht das bei euch aus, habt ihr lieber volle oder leere Terminkalender?

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