Schreibrückblick: August 2017

Das Leben ist eine Ketchup-Flasche.

Erst kommt lange nichts und dann alles auf einmal. Der August war so ein Alles-auf-einmal-Monat für mich. Und so ist der Schreibrückblick für diesen Monat auch relativ kurz:

Ein kleiner Erfolg

Das Schönste zuerst: Meine Kurzgeschichte „Temporale Versetzung“ ist einer der Finalisten in der #GoExplore-Challenge auf Sweek geworden.

Ich freue mich sehr drüber, denn die Geschichte ist auch eine meiner liebsten aus „Nebelfäden“. Und, wie meine Freundin zumindest findet, auch eine der romantischsten. Mit dem Finalisten-Status erscheint die Geschichte in der Auserwählt-Kategorie und erfreut sich so hoffentlich einiger neuer Leser. Ich freue mich in jedem Fall auf das Ergebnis des Wettbewerbs!

Das Schreiben

Wie ihr vielleicht an meinem letzten Blogpost erkennen konntet, musste ich mich im August mal von einer Geschichte trennen.

Das ist mir nicht leicht gefallen, denn ich war mir so sicher, dass diese Geschichte fantastisch ist. Ich wollte sie unbedingt schreiben, aber es funktionierte einfach nicht.

Manchmal passiert so etwas. Und ich habe mich schlussendlich dafür entschieden, einfach eine andere Geschichtenidee zu verfolgen. Das Interessante daran: Die Idee hatte ich schon vor über einem Jahr und habe auch schon eine kleine Skizze dazu mal verfasst. Mit etwas Distanz zum Material habe ich meine Liebe dazu wieder gefunden und bin jetzt dabei, den ersten Entwurf zu verfassen.

Es fällt mir nie leicht, mir so ein „Versagen“ einzugestehen. Und ja, natürlich fühlt es sich ein bisschen so an, als hätte ich bei der ursprünglichen Geschichte versagt. Ich habe sie nicht ordentlich genug gepflegt. Aber vielleicht, so habe ich mir zumindest irgendwann mal gesagt, ist es auch einfach noch nicht die richtige Zeit für diese Geschichte. Vielleicht muss auch diese Idee erst noch reifen und mit ein bisschen Distanz zum Material werde ich sie nächstes Jahr wieder hervor holen.

Und so ein bisschen drum herum

Der September wird wieder ähnliche Terminkalenderakrobatik verlangen.

Ich werde nämlich in meiner kleinen Welt unterm Dach ein bisschen Farbe an die Wand werfen. Und wie das immer so ist, wenn man einmal mit Vorrichten begonnen hat… Es fallen plötzlich noch tausend andere Dinge ein, die man tun könnte.

Ziel für diesen Monat ist es, auf jeden Fall die fünfte Kurzgeschichte für dieses Jahr fertig zu stellen und den ersten Entwurf der sechsten Geschichte zu beginnen.

Vorausblick

Am Sonntag geht es hier weiter mit der nächsten Kurzgeschichte. Und in der geht es nicht nach oben, sondern mehr so nach unten… ins Wasser.

Seid gespannt, was es mit dem Glitzern im Wasser auf sich hat.

Bis dahin euch eine schöne Woche!

Von Geschichten, die auf der Strecke bleiben

Ich habe die Storyline umrissen, die Geschichte getaktet und den ersten Entwurf begonnen.

Drei Mal.

Ich habe wirklich mein Bestes gegeben.

Aber die Geschichte wollte nicht.

Es ist bei Weitem nicht das erste Mal. Ich denke, jeder angehende Schreiberling hat die ein oder andere Romanleiche auf der Festplatte liegen. Charaktere, die das Licht außerhalb der Notizbuchseiten nicht erblicken. Szenen, die losgelöst ohne Anfang und Ende nebeneinander versauern.

Eine der wichtigsten Regeln beim Schreiben ist es, Dinge zu beenden.

Das ist überhaupt auch eine der wichtigsten Regeln im Leben.

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Das Leben, die Kunst und die Reihenfolge

Es gibt da eine Anekdote von Stephen King und seinem Schreibtisch:

Er habe immer einen großen Schreibtisch gewollt, sagt er. Und irgendwann in seiner Karriere hat er sich den auch gegönnt. Er hat sich in einem Zimmer seines Hauses ein Monstrum an Tisch hingestellt und das Zimmer anschließend zu seinem Schreibraum erklärt. Danach, so sagt er, war er jahrelang damit beschäftigt, hinter ebendiesem Schreibtisch zu sitzen — oftmals betrunken oder unter dem Einfluss von Drogen. Er schrieb viel während der Zeit.

Und seine Familie sah ihm dabei zu, wie er sich sukzessive selbst zerstörte.

Erst später, während er seinen Alkoholismus bekämpfte, warf er den Schreibtisch raus. Stattdessen kaufte er einen kleineren Tisch und stellte ihn an die Wand. Abends saßen seine Familie und er oft auf einer Couch in eben diesem Raum und schauten fern. Und er erinnert sich immer daran, warum der neue Tisch nicht in der Mitte des Raumes steht: (mehr …)